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Ausbildung & Beruf

25.01.2019 08:00 Uhr

Praktikum zur Orientierung nutzen

Interessen und Angebote abstimmen – Nicht die Masse, sondern die passgenaue Branche ist entscheidend
Es gibt viele berufliche Perspektiven. Welche zu den persönlichen Interessen passt, findet man über Praktika heraus. Fotos: Getty Images
Es gibt viele berufliche Perspektiven. Welche zu den persönlichen Interessen passt, findet man über Praktika heraus. Fotos: Getty Images
Praktika im Lebenslauf erhöhen die Chance, einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu erhalten– das wissen heute fast alle Schüler und Studenten. Denn inzwischen sind in den Lehrplänen der meisten Schulformen in fast allen Bundesländern Berufspraktika vorgesehen. Ähnlich verhält es sich bei vielen Bachelor- und Master-Studiengängen. Hier ist ein mehrmonatiges Praktikum zum Teil sogar Voraussetzung, um einen Studienplatz zu erlangen. Doch worauf sollte man bei der Wahl des Praktikumsplatzes achten?

Wichtig ist laut Joachim Schönberger von der Personalberatung Conciliat, Stuttgart, zunächst, das vorgeschriebene Praktikum nicht als lästige Pflicht zu sehen und die Suche einer Praktikumsstelle entsprechend lax anzugehen. Gerade bei Schülern registriert der Karrierecoach oft, dass sie, wenn die Eltern nicht steuernd eingreifen, bei der Suche nach der Maxime agieren: Wo bekomme ich am einfachsten eine Zusage? Mit der Konsequenz: Sie absolvieren ihre Praktika in Berufsfeldern, die ihren Neigungen nicht entsprechen. Oder in Betrieben, wo sie nur den Angestellten über die Schulter schauen können. Die Folge: Sie erleben das Praktikum als langweilig oder bestenfalls als „willkommene Auszeit von der Schule“. Nicht selten absolvieren Schüler ihre Praktika auch, ohne sich zu bewerben, im elterlichen Betrieb oder bei Bekannten ihrer Eltern – was ihnen keinen realistischen Einblick in die Arbeitswelt gewährt. Deshalb sollten solche Praktikumsplätze „nur in Ausnahmefällen“ gewählt werden. Checken sollte man im Vorfeld: Kann der Schüler in dem Betrieb Tätigkeiten verrichten, die er als sinnvoll erfährt und bei denen er stolz auf das Geleistete ist? Das ist tendenziell eher in Kleinbetrieben der Fall, da diese nicht so arbeitsteilig wie Konzerne organisiert sind. Inzwischen bieten jedoch zahlreiche Großunternehmen „Schnupper-Praktika“ für Schüler an, die didaktisch so konzipiert sind, dass diese Ziele erreichen werden. Um diese Praktikumsstellen muss Interessen und Angebote abstimmen – Nicht die Masse, sondern die passgenaue Branche ist entscheidend man sich aber frühzeitig bewerben, denn sie sind begehrt.

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Auch angehende Studenten suchen die Stellen für ihre vorgeschriebenen Praktika oft nach der Maxime: Was verursacht mir den geringsten Stress? Und wichtig ist ihnen primär, die benötigte Praktikumsbescheinigung zu bekommen. Ein solches Verhalten bezeichnet Schönberger als „kurzsichtig“. Denn Praktika böten Studierenden nicht nur die Chance, Praxiserfahrung zu sammeln und zu klären, inwieweit eine berufliche Tätigkeit zu ihnen passt. In ihnen erhielten sie auch ein Feedback, welches Wissen und Können sie noch brauchen, um in einem Beruf erfolgreich zu sein. Ein solches Feedback erachtet Schönberger gerade bei „höheren Semestern“ als „extrem wichtig“, weil viele Studiengänge an den Hochschulen noch sehr praxisfern sind.

Generell gilt: Praktika sind gut, doch nicht die Masse macht’s. So registrieren zum Beispiel die Personalverantwortlichen bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall durchaus, wie viele Praktika ein Bewerber absolviert hat. Viel mehr interessiert sie aber: Wo wurden diese absolviert? Dabei ist jedoch weniger der Unternehmensname von Interesse als vielmehr die Branche beziehungsweise der Unternehmensbereich, in dem der Praktikant tätig war.

Die Personalverantwortlichen interessiert auch: Was machte der Praktikant konkret? Deshalb empfiehlt Bernadette Imkamp, Leiterin Personalbetreuung und -marketing bei Schwäbisch Hall: „Praktikumsbescheinigungen sollten wie Arbeitszeugnisse eine Beschreibung enthalten, welche Tätigkeiten der Praktikant ausgeübt und welche Erfahrungen er gesammelt hat.“ Zudem sollte aus ihnen hervorgehen, welche Erfahrung der Arbeitgeber mit dem Praktikanten gemacht hat.

Hat ein Bewerber mehrere Praktika absolviert, achten die Personalbetreuer auch darauf: Ist in deren Abfolge eine persönliche Entwicklungslinie erkennbar? Folgen zum Beispiel auf die ersten Praktika, die primär der Berufsorientierung dienen, Praktika, die bereits eine berufliche Schwerpunktsetzung erkennen lassen? Denn es wirkt wenig glaubwürdig, so Imkamp, wenn ein frischgebackener Betriebswirt in seiner Bewerbung schreibt „Ich interessiere mich seit Jahren für die Arbeit in einer Bank“, aber noch nie für eine Bank tätig war. Oder wenn ein Informatiker, reagierend auf eine Stellenanzeige, schreibt „Ich habe Erfahrung mit Großrechnern und der Programmiersprache Cobol“, obwohl er seine Praktika bei Unternehmen machte, die ausschließlich mit Client-Server-Systemen arbeiten.

Deshalb appelliert Schönberger an potenzielle Azubis und Studenten: „Sucht euch eure Praktikumsplätze gezielt aus.“ Denn die Praktika geben, wenn ein Unternehmen die Wahl zwischen mehreren interessanten Absolventen hat, oft den Ausschlag, welcher Bewerber zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird. In den Gesprächen selbst hinterlassen die Bewerber mit passender Praxiserfahrung meist auch einen weitaus besseren Eindruck. HK

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