Schmerzlich vermisste Normalität: Aktuell müssen sich die Panther-Fans mit dem heimischen Sofa und dem Fernseher zufriedengeben, anstatt den ERC Ingolstadt von ihrem Stammplatz in der Saturn-Arena aus anzufeuern. Fotos: Lüger/privat
Schmerzlich vermisste Normalität: Aktuell müssen sich die Panther-Fans mit dem heimischen Sofa und dem Fernseher zufriedengeben, anstatt den ERC Ingolstadt von ihrem Stammplatz in der Saturn-Arena aus anzufeuern. Fotos: Lüger/privat

Alexander Ilse (Foto links), „Präsi“ der M-Panther, fällt ein positives Fazit: „Play-offs erreicht, Erwartungen erfüllt. Spiele in der Verzahnungsrunde zwar eher durchwachsen, in der Südgruppe aber herausragend.“ Da bedauert er es umso mehr, dass er nicht ins Stadion darf: „Allein vor dem Fernseher ist zwar ein Trost, ersetzt aber die Liveatmosphäre nicht – zumal ich die Play-offs das erste Mal als Rentner erlebe. Ich hätte viel Zeit gehabt, auch bei den Auswärtsfahrten mit dabei zu sein. Aber besser Play-offs vor dem Fernseher als gar keine wie 2020“, so der M-Panther-Vorstand, dessen Lieblingsspieler Wayne Simpson und Mirko Höfflin sind.

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Auch wenn die Niederlagenserie kurz vor dem Ende der Hauptrunde die Zuversicht gedämpft hat, „versetzt der Glaube Berge“, wie er schmunzelnd sagt: „Sollten wir keine Verletzten haben, drei super Spiele im Finale abliefern und alles passen, könnten wir das zweite Mal Deutscher Meister werden“, lautet seine Prognose. Ilse ist froh, dass der erste Gegner München heißt, denn „die liegen uns mehr als Mannheim. Dennoch müssen wir unsere Form wiederfinden, sonst ist am Donnerstag schon wieder Schluss“, befürchtet er.

Der „Best-of-Three“-Modus kommt dem ERC entgegen, findet der M-Panther, „denn zwei gute Spiele hintereinander sind leichter abzuliefern als vier oder gar sieben“, sagt er und wünscht sich, dass es Sportdirektor Larry Mitchell gelingt, den Kader so weit wie möglich zusammenzuhalten, „damit ich in der Saison 21/22 möglichst viele Spieler live im Stadion erleben darf“.

Auch Udo Neumann, Vorstand der Fangemeinschaft „7. Mann“, blickt zufrieden auf die Hauptrunde: „Wir haben uns für die Play-offs qualifiziert, also das Pflichtziel erreicht. Die Matches der Panther nicht im Stadion verfolgen zu können, tut aber trotzdem immens weh, denn wir sind nicht nur bei den Heimspielen in der Saturn-Arena, sondern auch auswärts so oft wie möglich dabei.“ Auch wenn angesichts des fehlenden Livefeelings die „Play-off-Euphorie“ etwas getrübt ist, hofft er auf die Endspielteilnahme der Panther: „München ist reif, die sind auch nicht mehr das, was sie mal waren“, prophezeit der „7. Mann“, der sich besonders über den Verbleib von Wayne Simpson freute.

Den geänderten Modus findet er okay und hofft auf verletzungsfreie Partien für die Panther. Und was, wenn am Donnerstag doch schon das Aus droht? „Dann sollte es eben nicht sein und der EHC war die bessere Mannschaft. Aber das glaube ich nicht – wir werden weiterkommen“, ist sich Neumann sicher. Ab sofort gilt für ihn die Devise: „Wir hoffen auf das Wunder von 2014!“

Stefan Knolle (Foto rechts ), Vorstand der „Donaupanther“, spricht von einer „phänomenal starken“ Hauptrunde, die der ERC Ingolstadt abgeliefert hat. „Vor allem in der Südgruppe. Dass es während der Saison eine schwächere Phase gibt, ist völlig normal. Blöd nur, dass es uns gerade am Schluss gegen die Nord-Teams erwischt hat. Trotzdem haben wir den dritten Platz gehalten“, sagt der „Präsi“, der es dennoch gerne gesehen hätte, wenn der ERC Ingolstadt die Münchner noch vom zweiten Rang verdrängt und sich das Heimrecht gesichert hätte. „Auch wenn das heuer nicht so wichtig ist“, wie er relativiert. Überrascht haben ihn Nico Daws, Emil Quaas und Petrus Palmu, aber auch die erfahrenen Neuzugänge Daniel Pietta, Frederik Storm und Louis-Marc Aubry überzeugten ihn. Anschauen wird er sich die Play-offs mit seiner Frau: „Es schmerzt schon ungemein, dass wir nicht ins Stadion dürfen“, sagt Knolle, ist aber froh, dass die Partien überhaupt auf Magenta Sport zu sehen sind.

Die traditionellen Tippspiele werden – wenn auch mit reduzierter Teilnehmerzahl– weiter durchgeführt und die Matches in der WhatsApp-Gruppe diskutiert: „Mit Live-Eishockey hat das trotzdem nichts zu tun“, seufzt der „Donaupanther“, den der „Best-of-Three“-Modus nicht überzeugt: „Wenn du einen schlechten Tag hast, bist du fast schon raus – und als Fan will man natürlich so viele Spiele wie möglich sehen“, meint Knolle. Gegner München sieht er mit gemischten Gefühlen: „Wir haben sie zwar heuer schon dreimal geschlagen – allerdings haben sie noch eine Rechnung mit uns offen. Ich habe eher ein mulmiges Gefühl nach den letzten Niederlagen. Aber 2014 haben wir die Meisterschaft auch nicht erwartet!“   Sabine Kaczynski, DK