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Berufswahl 2019

27.09.2019 12:00 Uhr

Wo es Unterstützung für die Ausbildungssuche gibt

Die Bundesagentur für Arbeit informiert über Möglichkeiten – Von der Berufsberatung bis zu Überbrückungsangeboten
Wer eine Ausbildung machen will, aber nur Absagen auf seine Bewerbung erhält, kann sich an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit wenden. Foto: Rehder/dpa
Wer eine Ausbildung machen will, aber nur Absagen auf seine Bewerbung erhält, kann sich an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit wenden. Foto: Rehder/dpa
Die Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle bereitet manchen Jugendlichen Probleme. Es gibt verschiedene Unterstützungsangebote, die dann weiterhelfen.

Wer schon in der Schule Schwierigkeiten hat oder nicht sicher ist, ob er den Abschluss schaffen kann, kann sich in einem ersten Schritt an seine Lehrkräfte wenden. Das rät die Bundesagentur für Arbeit in ihrem Berufswahlmagazin „Planet Beruf“. Schüler, die einen Haupt- oder Förderschulabschluss anstreben, haben nämlich bei der Bundesagentur für Arbeit die Möglichkeit, sich von einem Berufseinstiegsbegleiter beim Übergang in das Arbeitsleben unterstützen zu lassen.

Ob es diese Möglichkeit an der entsprechenden Bildungseinrichtung gibt, erfahren Schüler am schnellsten bei ihrem Lehrer.

Hilfsangebot zu Schulzeiten

Bei der Berufseinstiegsbegleitung bekommen Schüler Hilfe beim Erreichen des Schulabschlusses, bei persönlichen Problemen und bei der Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle. Der Begleiter berät Schüler bei der Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen und ist auch in den ersten sechs Monaten der Ausbildung weiterhin Ansprechpartner.

Wer immer wieder Absagen auf Bewerbungen erhält, kann sich an die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit wenden. Schüler können persönlich, online oder telefonisch einen Termin vereinbaren. Die Berufsberater gehen dann mit den Jugendlichen Bewerbungsunterlagen durch und zeigen ihnen, was sie noch besser machen können. Vielleicht findet sich auch eine Alternative zum Traumberuf, die besser zu den individuellen Stärken passt.

Einstiegsqualifizierung

Wer keinen Ausbildungsplatz findet, kann eine Art längeres Praktikum machen, das sich Einstiegsqualifizierung nennt. Es biete sich vor allem für Jugendliche an, die schon eine genaue Vorstellung davon haben, was sie machen möchten, aber nicht alle Voraussetzungen erfüllen, heißt es im Berufswahlmagazin. Das Praktikum bieten zahlreiche Betriebe an, es wird über die Bundesagentur für Arbeit vermittelt und dauert sechs bis zwölf Monate.

Daneben haben die Länder verschiedene schulische Überbrückungsmöglichkeiten im Angebot, wie es in dem Magazin heißt. So gibt es zum Beispiel in einigen Bundesländern das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ), um Schüler fit für das Berufsleben zu machen. Jugendliche erhalten weiter Unterricht, können ihren Abschluss verbessern oder sogar nachholen. In Übungen und Praktika lernen die Schüler verschiedene Berufsfelder kennen.

Eine Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten gibt es auf planet-beruf.de. dpa

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Viele Lehrstellen noch unbesetzt

Deutscher Gewerkschaftsbund Bayern kritisiert Betriebe für zum Teil schlechte Arbeitsbedingungen

Matthias Jena, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftbundes Bayern. Foto: Karmann/dpa
Matthias Jena, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftbundes Bayern. Foto: Karmann/dpa
Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind im Freistaat noch rund ein Drittel der Lehrstellenunbesetzt. Für fast 33 000 Plätze sei kein Auszubildender gefunden worden, teilte der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) unter Berufung auf Zahlen der Arbeitsagentur mit. Anfang September begannen rund 48 000 Jugendliche ihre Ausbildung in Berufen der Industrie, des Handels und im Dienstleistungsbereich. Am gefragtesten sind in diesem Jahr unter anderem die Lehren als Einzelhandelskaufleute, Verkäufer und Fachinformatiker. Die Zahl der neuen Lehrlinge blieb laut BIHK im Vergleich zum Vorjahr fast unverändert. In diesem Jahr beginnen auch 1099 Flüchtlinge ihre Ausbildung in bayerischen Betrieben. „Immer mehr Betriebe sehen in den Flüchtlingen zukünftiges Fachkräftepotenzial“, erklärte BIHK-Präsident Eberhard Sasse. In Bayern bilden fast 30 000 Betriebe, die zu den Industrie- und Handelskammern gehören, junge Männer und Frauen aus.

Angesichts der hohen Zahl an unbesetzten Lehrstellen nahm der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Bayern die Betriebe in die Pflicht: „Über den Fachkräftemangel jammern und gleichzeitig Lehrlinge und solche, die es werden wollen, mit schlechten Arbeitsbedingungen vergraulen – das passt nicht zusammen“, erklärte der Vorsitzende Matthias Jena. Viele Unternehmen missbrauchten ihre Azubis als billige Arbeitskräfte. „Bei solchen Arbeitsbedingungen ist es nicht verwunderlich, wenn Lehrlinge ihre Ausbildung abbrechen und Bewerbungen ausbleiben.“ dpa
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