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Passivhaus in Tettenwang, Am Südhang 8, Tag der offenen Tür am Sonntag, 14. April

11.04.2019 07:00 Uhr

Wärme und Strom aus der Kraft der Sonne

Bauherr Christopher Sweeney öffnet sein „Loxone-SmartHome-Sonnenhaus“ am Südhang 8 von 10 bis 16 Uhr für Interessenten
Solarthermie-Kollektoren und Photovoltaikmodule sorgen für ein autarkes Wohnhaus. Das mit der Lüftungsanlage gekoppelte Heizsystem basiert auf Holz und Erdwärme.                          Fotos: Hegenberger
Solarthermie-Kollektoren und Photovoltaikmodule sorgen für ein autarkes Wohnhaus. Das mit der Lüftungsanlage gekoppelte Heizsystem basiert auf Holz und Erdwärme.                          Fotos: Hegenberger
Tettenwang (hhe) Christopher Sweeney hat seine faszinierende Idee vom Smart Home in die Tat umgesetzt. Der 37-Jährige deckt seinen Bedarf an Strom und Wärme jetzt autark. „Wärme und Strom zum Wohnen aus der Kraft der Sonne“ heißt das Konzept seines neuen, in traditioneller Holzrahmenbauweise errichteten Wohngebäudes in Tettenwang. Auf dem Dach und der Fassade des Gebäudes sind auf einer Fläche von 95 Quadratmetern Photovoltaik-Module und 43 Quadratmeter Solarthermie-Kollektoren installiert, die das Wohnhaus bei Sonnenschein mit Strom und Wärme versorgen.

Sonnenstrom wird gespeichert

Ergänzt wird die Gebäudetechnik des Sonnenhauses, das nach dem KfW 40 Plus Niedrigenergiestandard gebaut wurde, durch einen 5000-Liter-Pufferspeicher und 16-Kilowatt-Stromspeicher. Dadurch können 70 Prozent der Heizenergie und 90 Prozent des Strombedarfs mit Sonnenenergie gedeckt werden. Das Haus ist zudem mit einer zentralen Wohnraumlüftung mit Erdwärmerückgewinnung ausgestattet. Die Loxone-SmartHome-Gebäude-Automation rundet das Ganze ab. „Bei diesem Passivhaus ist der Gebäudestandard energieeffizient, komfortabel, wirtschaftlich und umweltfreundlich“, erklärt Bauherr Christopher Sweeney. Das Passivhaus verbraucht 75 Prozent weniger Heizwärme als ein durchschnittlicher Neubau. Der Heizenergieverbrauch liegt mit 1,5 Litern Heizöl-Gleichwert je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr um ein Vielfaches unter dem eines Niedrigenergiehauses. So bleibt das Heizen bezahlbar. Zudem nutzt das Passivhaus die im Inneren vorhandenen Energiequellen wie die Körperwärme von Personen oder die einfallende Sonnenwärme. Besonders gedämmte Fenster und eine Hülle aus hochwirksamer Wärmedämmung in Außenwänden, Dach und Bodenplatte halten die Wärme schützend im Haus.

Wärme und Strom aus der Kraft der Sonne Image 1
Für gleichbleibend frische Luft sorgt eine zentrale Lüftungsanlage, in der eine Wärmerückgewinnung die Wärme der Abluft wieder verfügbar macht. „Passivhäuser erreichen die enorme Energieeinsparung durch besonders energieeffiziente Bauteile und durch Lüftungstechnik. Gerade am Komfort wird nicht gespart, der wird sogar spürbar verbessert“, so der 37- Jährige. „Passivhäuser machen unabhängig von steigenden Rohstoffpreisen.“

Heizen mit heimischem Holz

Eine Feuerstelle versorgt das gesamte Gebäude mit Wärme. Mit dem richtigen Anlagenkonzept und einem leistungsstarken Zentralheizungsofen ist dies möglich. Hinter den kompakten Abmessungen verbirgt sich ein Naturzug-Holzvergaserheizkessel mit einem patentierten thermolytischen Wärmetauscher-System mit enormer heizwasserseitiger Leistung, wobei die effektive raumseitige Leistung je nach Einbauart (Speichermasse) 1,5 kW bis 4 kW beträgt. Dies ist für Niedrigenergiehäuser ideal. Eine weitere Reduzierung der Abstrahlungsleistung bewirkt die zweilagige Energy Plus Sichtscheibe. Durch das ausgeklügelte Verbrennungssystem weist der Ofen vorbildliche Abgaswerte auf. Der Feinstaubausstoß liegt mit weniger als 6 mg/m³ weit unter dem geltenden Grenzwert.

Smart-Home-Steuerung

Das Herzstück des Passivhauses ist die SmartHome-Steuerung, die Sweeney selbst geplant und installiert hat. Stunden, Tage und Wochen hat der Handwerksmeister für Elektrotechnik dafür aufgewandt. „Im Haus betreibe ich alles über eine Steuerung – also Beleuchtung, Beschattung, Lüftung, Heizung, Kühlung, Zutrittskontrolle, Alarmanlage, Wetterstation, Energiemanagement, Photovoltaik, Rauchmelder und Unterhaltungselektronik. Vernetzung ist das Stichwort für SmartHome– sie geht ganz einfach über das Mobiltelefon. Mit einem Klick können zahlreiche Geräte in Schwung gesetzt werden. So können beispielsweise Rollos und Raffstores per Fernbedienung hochgefahren werden. „Mich fasziniert diese ausgeklügelte Technik“, so Christopher Sweeney.

Erdwärme mit Lüftung gekoppelt

Einen Kraftakt mussten die Sweeneys vor zwei Jahren in ihrem noch unerschlossenen Garten bewältigen. Mehr als 400 Meter Rohr vergrub der Handwerksmeister in einer Tiefe von 1,50 Metern – das Ganze auf rund 400 Quadratmetern. „Damit entziehe ich mit zwei Wärmetauschern dem Boden im Sommer die angenehme Kälte und die Wärme im Winter“, so Sweeney. Die Kälte im Sommer wird zum Kühlen der Luft und der Fußböden im Haus verwendet. Im Winter wird die kalte Luft mit der Wärme aus dem Erdreich vorgeheizt. Im Obergeschoss werden zudem zwei Klimageräte durch den vom eigenen Sonnenkraftwerk erzeugten Strom gespeist.

Tag der offenen Tür

Die Bauherren öffnen am Sonntag, 14. April, von 10 bis 16 Uhr, ihre Türen für alle Interessenten, die sich mit einem Sonnenhaus auseinandersetzen und Anregungen für den eigenen Hausbau holen wollen. Kompetente Handwerker beantworten Fragen der Besucher.
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