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Berufswahl 2019

27.09.2019 12:00 Uhr

Souverän zum Traumjob

Das richtige Auftreten: Für ein Bewerbungsgespräch sind Vorbereitung und Authentizität essenziell
Der erste Eindruck zählt: In ein Bewerbungsgespräch sollte man gut vorbereitet gehen. 
Der erste Eindruck zählt: In ein Bewerbungsgespräch sollte man gut vorbereitet gehen. 
Von Anna Hausmann
 
Der erste Eindruck zählt, insbesondere beim Bewerbungsgespräch, bei dem sich jeder bestmöglich verkaufen möchte .Ina Kaufmann von der Gebrüder Peters Ausbildungs GmbH ist zuständig für den Nachwuchs bei der Gebäudetechnik-Firma, einem Familienbetrieb in Ingolstadt. Gemeinsam mit ihrer Auszubildenden im Büromanagement, Natalie Kartaseva, verriet sie im Gespräch mit unserer Zeitung, wie ein Bewerbungsgespräch gelingt und sich junge Männer und Frauen erfolgreich auf Fragen vorbereiten können.

Die Unterlagen

Bevor jedoch eine Einladung zum Bewerbungsgespräch eintrudelt, gibt es noch eine Hürde: Die Bewerbungsunterlagen. Schriftlich oder online, was ist besser? Das hinge immer vom jeweiligen Unternehmen ab, erklärt Ina Kaufmann: „Uns ist egal, auf welchem Weg eine Bewerbung zu uns kommt. Da wir in unserem Bewerbermanagement papierlos arbeiten, ist es für uns nur weniger Aufwand, wenn die Dokumente gleich elektronisch ankommen.“ Seit Ferienbeginn bewerben sich junge Menschen für das nächste Ausbildungsjahr. Vor dem Abschicken sollte sich der Absender nochmal vergewissern, ob die Unterlagen vollständig sind. „Die Bestätigungen der Praktika, der Lebenslauf und das Schulzeugnis müssen beiliegen“, sagt Ina Kaufmann. Zusätzlich sollte der Bewerber erklären, warum er genau diesen Beruf speziell bei dieser Firma ausüben möchte. „Ich lese auch immer noch gerne, welche Berufe die Eltern haben. Das macht es auch einfacher, Fragen auszuwählen“, findet die Geschäftsführerin der Ausbildungs GmbH.

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Die berufliche Eignung

Bei einer gelungenen Bewerbung werden die Schüler zu einem Treffen eingeladen: „Wir haben Kennenlerngespräche und Berufseignungstests“, erzählt Ina Kaufmann. Zusammen dauert das etwa zwei Stunden. Ihre Auszubildende Natalie Kartaseva, die nun in das dritte Ausbildungsjahr kommt, betreut die angehenden Azubis beim Test: „Zuerst müssen alle einen Allgemeinbildungstest absolvieren, dann werden unter anderem die mathematischen Fähigkeiten, das technische Verständnis und das räumliche Vorstellungsvermögen abgefragt.“

Ina Kaufmann von der Gebrüder Peters Ausbildungs GmbH und ihre Auszubildende im Büromanagement,Natalie Kartaseva, kennen sich bei dem Thema aus. Fotos: Getty images/Hausmann
Ina Kaufmann von der Gebrüder Peters Ausbildungs GmbH und ihre Auszubildende im Büromanagement,Natalie Kartaseva, kennen sich bei dem Thema aus. Fotos: Getty images/Hausmann
Die angemessene Kleidung

Eine Vorbereitung auf den Allgemeinwissenstest sei nicht wirklich erforderlich, er frage eben Schulkenntnisse ab, findet Ina Kaufmann. Doch über das Auftreten und das äußere Erscheinungsbild sollten sich Bewerber auf jeden Fall Gedanken machen: „Die Kleidung Das richtige Auftreten: Für ein Bewerbungsgespräch sind Vorbereitung und Authentizität essenziell sollte der Tätigkeit angemessen sein.“ Natalie Kartaseva ergänzt: „Eine Jogginghose sollte man wirklich nie tragen. Man glaubt es gar nicht, aber leider machen das immer noch einige.“ Eine Jeans und ein ordentliches T-Shirt reichen völlig aus. „Wir erwarten hier keinen im Anzug, aber das liegt auch daran, dass wir ein Handwerksbetrieb sind“, sagt Ina Kaufmann. Mit den richtigen Klamotten kann es dann losgehen: „Beim Vorstellungsgespräch dreht sich alles um die Person an sich.“ Die Bewerber sollten sich in wenigen Worten vorstellen können. „Ich frage auch, was sie alles über den Beruf wissen und wie sie sich einen Tagesablauf vorstellen.“ Das verrate, ob und wie intensiv sich eine Person auf das Gespräch vorbereitet hat.

„Interessant ist es, zuhören, wo sich die Bewerber vorab informiert haben.“ Am besten sollten sie einen Blick auf die jeweilige Homepage werfen und Informationen lernen. „Die Vorbereitung ist das Wichtigste. Ich bereite mich auf jeden Bewerber vor, überlege mir geeignete Fragen. Da kann man das vom angehenden Azubi auch erwarten.“

Tipps gegen Nervosität

Eine Sorge vieler junger Menschen sind oft mögliche Fangfragen im Gespräch. So schlimm sei das aber in der Realität oft nicht, beschwichtigt Ina Kaufmann. „Ich zum Beispiel stelle gar keine Fangfragen. Trotzdem sollte ein Bewerber seine Stärken und Schwächen kennen.“

Grund zur Nervosität gebe es nicht, bestätigt auch Natalie Kartaseva. Die 19-Jährige hatte damals ihr Gespräch mit dem Leiter der Buchhaltung, einer Angestellten und Ina Kaufmann als Geschäftsführerin der Ausbildungs GmbH. „Ich war zwar am Anfang sehr unsicher, aber da hat es mir geholfen, mir meine Gesprächspartner genau anzusehen. Sie waren sehr offen und da hatte ich keine Angst mehr.“ Zusätzlich habe sie sich an ihren vorbereiteten Antworten orientiert. „Das Ganze lässt sich auch ganz einfach im Vorfeld mal durchspielen“, erklärt Ina Kaufmann. So können Bewerber sich selbst die Aufregung nehmen. „Es ist auch in Ordnung, wenn jemand zu mir sagt: ‚Entschuldigen Sie, ich bin gerade sehr aufgeregt, weil mir die Stelle so wichtig ist.‘“ Am wichtigsten sei im Vorstellungsgespräch nämlich immer Ehrlichkeit und authentisches Verhalten.

Einen Tipp gibt Auszubildende Natalie Kartaseva noch allen mit auf den Weg: „Nicht nur zu den Vorgesetzten höflich sein, auch zu den Empfangsdamen oder anderen Angestellten. Das sollte eigentlich so selbstverständlich sein, aber so merkt man ganz leicht, wie jemand tickt.“ DK

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Trotzdem mitversichert

Die Schulzeit ist vorbei, die Frage Lehre oder Studium entschieden. Wenn das Ausbildungsjahr oder das Wintersemester beginnt, ist für viele junge Leute der Zeitpunkt gekommen, sich auf eigene Füße zu stellen und auszuziehen. Muss man sich jetzt auch selbst versichern? Wie die Huk Coburg mitteilt, sind volljährige, unverheiratete Kinder in der Haftpflicht-,Rechtsschutz- und Hausratversicherung während der Ausbildung bei ihren Eltern kostenlos mitversichert. An der Mitversicherung ändert auch ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr oder ein Bundesfreiwilligenjahr nichts. Unerheblich ist zudem, ob die Dienste direkt nach dem Schulabschluss, während oder direkt nach der Ausbildung absolviert werden. In der Haftpflichtversicherung sind zusätzlich der Freiwillige Wehrdienstunde in bis zu zwei Jahre dauerndes Work- &Travelprogramm oder eine ebenso lange Au-pair-Tätigkeit miteingeschlossen.

Ein eigenes Einkommen dürfen die Mitversicherten in dieser Zeit nicht haben. Bafög, Lehrlingsgehalt oder der typische Studentenjob, um ein bisschen Taschengeld dazu zu verdienen, spielen keine Rolle.

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Studium mit Praxis

Für ein duales Studium gelten gesonderte Bewerbungsfristen. Darauf weist der Hochschulexperte Franz-Xaver Boos im Magazin „Abi“ hin. In der Regel läuft die Bewerbung zunächst über den Ausbildungsbetrieb. Dieser sucht sich seine Kandidaten oft schon ein Jahr vor Ausbildungsantritt aus. Studieninteressierte sollten deshalb schon eine Weile im Voraus einschlägige Portale mit Stellenanzeigen checken, wie etwa das der Bundesagentur für Arbeit.

Wer die Frist verpasst hat, sollte aber nicht den Kopf in den Sand stecken. Es kann sich lohnen, es im Einzelfall kurzfristig und initiativ zu versuchen. Betriebe können durchaus noch zu einem späteren Zeitpunkt einstellen.

Bei den meisten staatlichen Hochschulen sind jegliche Fristen allerdings streng einzuhalten. Die Bewerbung dort erfolgt meist auch erst nach der Zusage des Ausbildungsplatzes. Die Universitäts-Formalitäten sind unterschiedlich und sollten im Vorhinein recherchiert werden – das geht problemlos im Internet. dpa
HWK für München und Oberbayern - Bildungszentrum Ingolstadt
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