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Ein neues Zuhause für Mäuse und Käfer

05.09.2019 08:00 Uhr

Kindergarten St. Andreas mit vielen Finessen

Funktional und minimalistisch: Nach Wochen der Eingewöhnung zeigt sich das große Plus des neuen Gebäudes
Die Kinder freuen sich über ihren neuen Kindergarten. Foto: Herchenbach
Die Kinder freuen sich über ihren neuen Kindergarten. Foto: Herchenbach
Pfaffenhofen (ahh) Der schönste Kindergarten weit und breit und der modernste sowieso: Da sind sich Kinder, Eltern und die Erzieherinnen einig. „Die Kinder“, sagt die Leiterin Verena Töpper, „haben sich hier vom ersten Tag an sehr wohlgefühlt.“ Getreu dem Motto, das sich die Kindertagesstätte selbst gegeben hat: „Hier bin ich Kind, hier darf ich’s sein.“ Tatsächlich ist die Kindertagesstätte St. Andreas ein Schmuckstück geworden, nachdem der alte Kindergarten nicht mehr erweitert werden konnte und abgerissen werden musste. Bereits im März hatten 36 Krippen- und 75 Kindergartenkinder ihr neues Zuhause bezogen. Jetzt, ein halbes Jahr später, zeigt sich mehr und mehr, wie durchdacht das bauliche und pädagogische Konzept der Architektin Rita Obereisenbuchner ist.

In dem langgestreckten 1200 Quadratmeter großen Gebäude (Baukosten: 3,6 Millionen Euro) befinden sich je drei Gruppenräume für die Krippen- und die Kindergartenkinder, an die sich für die Kleinen je ein Schlafraum („Traumzimmer“) anschließt. Den Großen steht stattdessen je ein Spieleraum zur Verfügung. Wer müde geworden ist, hat dennoch die Möglichkeit für einen Mittagsschlaf. Die beiden Trakte trennt in der Mitte ein großer Mehrzweckraum, der auch als Bistro genutzt wird, an das sich die offene Küche anschließt.

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Funktional und minimalistisch, so nennt Jürgen Regau vom städtischen Bauamt das Konzept. Helles Holz und Glas bestimmen die Architektur, die Farbe sollen die Kinder einbringen. Eine Photovoltaik-Anlage liefert den Strom, eine Klimaanlage gibt es nicht, Entlüfter sind lediglich in der Küche, in den Bädern und sogar im Schrank für die gebrauchten Windeln eingebaut. Der Luftaustausch in den Räumen geschieht durch klappbare Oberlichter in Fenstern und über den Türen. Damit sich die Gruppenräume bei Sonneneinstrahlung nicht aufheizen, ragt das Dach zwei Meter über die Fensterfront. Zusätzlich können Markisen vom Dachvorsprung senkrecht herunter gelassen werden, so dass ein zwei Meter breiter schattiger Gang entsteht.Das lässt die Räume mit ihren hohen, schallgedämpften Decken noch einmal lichter und größer erscheinen. „An den heißen Tagen hat sich das sehr bewährt“, freut sich die Leiterin Verena Töpper.

Es sind die durchdachten Finessen, die sich jetzt nach ein paar Monaten als so hilfreich herausgestellt haben: Jedem Kind steht in den Garderoben vor den Gruppenräumen ein kleines Schränkchen zu Verfügung, wo zusätzliche Kleidung, ein Fahrradhelm oder ein Kuscheltier verstaut werden können. Denn manche Kinder, so die Leiterin, seien ja die meiste Zeit des Tages in der Kita.

Ein großer Garten zum Toben

Im „Räuberwald“ spielen die Kinder unter hohen, alten Bäumen – der Erhalt der Schattenspender war den Planern ein Anliegen
An die Trakte für die Krippenkinder- und die Kindergartenkinder schließt sich ein großer Garten an.
An die Trakte für die Krippenkinder- und die Kindergartenkinder schließt sich ein großer Garten an.
In den großen hellen Gruppenräumen können die Krippenkinder auch zu Mittag essen.
In den großen hellen Gruppenräumen können die Krippenkinder auch zu Mittag essen.
Pfaffenhofen (ahh) Zu den kleinen Finessen , die die neue Kindertageseinrichtung ausmachen, gehört auch die Fußbodenheizung, die im Frühjahr eingeschaltet werden musste.Gerade für krabbelnde Krippenkinder, die auf dem Boden spielen, genial; so wie auch die Bewegungsmelder. Töpper: „Wir müssen nicht mehr darauf achten, ob irgendwo das Licht ausgeschaltet werden muss.“
           
Über eine herausziehbare Treppe klettern die Kinder eigenständig auf den Wickeltisch. Fotos: Herchenbach
Über eine herausziehbare Treppe klettern die Kinder eigenständig auf den Wickeltisch. Fotos: Herchenbach
Das Besondere an dieser Einrichtung sind die „Bildungsräume“, die bei einer Kindertagesstätte längst nicht selbstverständlich sind, weil sie, erklärt der städtische Sachgebietsleiter für Kindertagesstätten, Daniel Riegel, nicht bezuschusst werden. Die Stadt aber ist von der Sinnhaftigkeit überzeugt. Denn hier kann mit kleinen Gruppen intensiv gearbeitet werden. Auch für die rund 20 Mitarbeiterinnen ist ein Besprechungsraum vorgesehen.

Gerade im Sommer zeigt sich das große Plus dieses Kindergartens: Er ist umgeben von hohen Bäumen, in denen die Kinder ihren „Räuberwald“ eingerichtet haben. Dass diese Schattenspender stehenbleiben, war ein großes Anliegen der Planer.Denn wo gibt es das schon – ein Neubau zwischen hohen, alten Bäumen?
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