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Verbrauch senken mit Sonnenenergie|Strom und Wärme sind teuer - Wer sparen möchte, kann sich unabhängiger machen

Verbrauch senken mit Sonnenenergie

Auch gut kombinierbar: Solarthermie- und Photovoltaikzellen auf einem Dach. Foto: Anspach, dpa

Auch gut kombinierbar: Solarthermie- und Photovoltaikzellen auf einem Dach. Foto: Anspach, dpa

25.05.2024

Die Sonne scheint kostenlos – und wir können etwas von ihrer Energie abfangen und in Wärme oder Strom umwandeln. Das funktioniert mit Anlagen für Solarthermie und solchen für Photovoltaik. Ist eine davon die bessere Wahl? „Das hängt von etlichen Faktoren ab, nicht zuletzt vom Zustand des Gebäudes“, so Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft. Er nennt ein Beispiel: Ein altes, energetisch nicht so gut aufgestelltes Haus habe etwa zehnmal mehr Bedarf an Heizungswärme als ein modernes Gebäude. Aber der Warmwasserbedarf ist für beide annähernd gleich. 

Dazu kommt die Überlegung, wie man die erzeugte Energiemenge einsetzen will. „Solarthermie liefert natürlich insgesamt mehr Leistung (pro Quadratmeter) für Heizung und Warmwasser, aber PV-Anlagen betreiben auch den Kühlschrank und das E-Auto“, erklärt Körnig. Insofern muss man häufig schauen, welche Technologie für welchen Haushalt besser passt. Ein Überblick:

So arbeitet eine Solarthermieanlage

„Sie unterstützt die Heizung und produziert in diesen Kreislauf eingebunden auch Warmwasser. Es ist die anspruchsvollere Technik“, sagt Andreas Skrypietz, Experte der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). 

In den Kollektoren einer Solarwärmeanlage fließt ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel, das durch die Sonneneinstrahlung erhitzt wird. Die Wärme aus dem Wasser gelangt über einen Wärmetauscher in einen Kombispeicher. Dieser dient als Zwischenlager für die Wärme. Die abgekühlte Flüssigkeit wird wieder zum Kollektor zurückgepumpt. Vom Kombispeicher aus geht die Wärme in das Heizungssystem oder das Warmwassersystem über. Die Solarthermieanlage „hilft in jedem Fall den Bedarf an zusätzlichem Brennstoff – egal ob Gas, Öl, Holz oder Strom – zu verringern“, so Körnig. Energieberater Johannes Spruth von der Verbraucherzentrale NRW hält die Anlage für „besonders sinnvoll, wenn ein größerer Warmwasserbedarf besteht“. Das sei im Allgemeinen in Haushalten ab vier Personen der Fall. Dabei sei der Energiegewinn einer Solarthermieanlage auf gleicher Dachfläche höher als der einer Photovoltaikanlage. 

Solaranlagen erzielen fast 80 Prozent ihres Jahresertrags zwischen März und Oktober. Also nicht im tiefen Herbst und Winter, wenn man aber auf Heizungswärme angewiesen ist. Daher braucht das System immer eine Zusatzheizung. Das ist meist noch eine Öl- oder Gasheizung, aber auch eine Wärmepumpe oder ein Pelletofen kommen infrage. Alexander Steinfeldt von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online empfiehlt als Ergänzung eine Pelletheizung. „Sie eignet sich für Ein- und Zweifamilienhäuser. Im Sommer können Sie die Pelletheizung teilweise komplett abstellen. Die Solarthermie-Anlage reicht dann, um den Warmwasserbedarf zu decken.“ 

Wenn an ein paar Sommertagen die Sonne nicht scheint, muss man sich keine Sorgen machen, sagt Carsten Körnig. „Mit einem ausreichend großen Wärmespeicher lässt sich zum Beispiel die Sonnenwärme durchaus einige Tage speichern.“ Und: „Das Speichern von Wärme ist deutlich preiswerter als das Speichern von Strom.“ 

So arbeitet eine Photovoltaikanlage

Die Arbeitsweise einer PV-Anlage besteht darin, dass die Solarmodule das Sonnenlicht aufnehmen und über einen Wechselrichter wird der erzeugte solare Gleichstrom in Haushaltsstrom mit 230 Volt umgewandelt. Mit selbst erzeugtem Solarstrom aus Photovoltaikanlagen lassen sich alle möglichen Elektrogeräte, aber auch E-Autos und E-Bikes versorgen. „Es laufen immer mehr Anwendungen über Strom, deshalb wird unser Strombedarf immer größer“, sagt DBU-Experte Andreas Skrypietz. Daher ist Photovoltaik auch eine Heiz- und Warmwasserlösung in Systemen, die Strom benötigen. So lässt sich die Solarstromanlage mit einem Elektroheizstab im Kombi- beziehungsweise Warmwasserspeicher koppeln oder sie betreibt die Wärmepumpe. 

Daher sagt Alexander Steinfeldt von co2online: „In vielen Fällen empfehlen wir die Photovoltaikanlage, auch wenn sie etwas weniger effizient ist. Sie hat aber die Nase vorn, wenn man einen höheren Stromverbrauch hat.“ dpa, Marie-Luise Braun und Simone Andrea Mayer

Sparen durch Fenstertausch

Die Fenster sind in älteren Häusern eine der Schwachstellen am Gebäude. Sind sie nicht mehr richtig dicht, lassen sie einen großen Teil der Heizwärme durch ins Freie. Und selbst mit älteren Modellen, die an sich dicht sind, heizt man oft im wahrsten Sinne des Wortes mehr Wärme zum Fenster hinaus als mit modernen Fenstern. So kann laut dem Institut für Fenstertechnik (ift) in Rosenheim ein modernes, dreifachverglastes Fenster eine rund 80 Prozent höhere Dämmwirkung als ein Fenster mit Einfachglas haben. Und beim Austausch von Zweifachgläsern gegen ein solch modernes Dreifach-Fenster könne man eine Verbesserung der Dämmung von rund 70 Prozent erzielen. 

Wie oft verglast die Fenster daheim sind, lässt sich mit einem Feuerzeug herausfinden: Die Flamme spiegelt sich so oft im Glas, wie Scheiben im Fenster vorhanden sind, erklärt der Verband Fenster + Fassade (VFF). Herausfinden, ob die Fenster dicht sind, kann man etwa, indem man ein brennendes Räucherstäbchen oder eine Kerzenflamme langsam am Fensterrahmen entlang führt. Wo die Rauchfahne sich bewegt oder die Flamme flackert, kann warme Luft aus dem Fenster entweichen. Wie aufwendig ein Fenstertausch ist und wie lange er dauert, hängt vom Gebäude und den alten Fenstern ab, so der VFF. dpa