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Sicherheit hat Vorfahrt

Ein ganzes Füllhorn an Assistenzsystemen wird Pflicht für neue Autos

Künftig gehören Notbremssysteme zur Pflichtausstattung von neuen Pkw in Europa. Foto: Volvo

2.09.2022
Autohaus Bauer e.K.

Mit dem Stichtag 6. Juli 2022 machte eine EU-Verordnung eine Reihe von Fahrassistenzsystemen für neue Pkw zur Pflicht. Ab sofort gilt diese Einbauverpflichtung für neu entwickelte Fahrzeuge, in zwei Jahren wird sie auf alle neu zugelassenen Autos ausgeweitet. Die Technik soll unsere Fahrzeuge sicherer machen.

Geschwindigkeitsassistent

Zur Pflicht wird unter anderem der Einbau einer Intelligent Speed Adaption (ISA), also einer intelligenten Geschwindigkeitsassistenz. Sie soll Fahrer bei der Einhaltung geltender Tempolimits unterstützen. Erkannt werden diese per Kamerasensor und/oder über GPS-gestützte Navigationstechnik. Die ISA-Technik kann in jedem Fall übersteuert oder ausgeschaltet werden. Die Technik soll den Verkehr flüssiger und leiser machen, Verbräuche senken, die Zahl der Unfälle verringern sowie Autofahrer davor schützen, geblitzt zu werden.

Vorrichtung für Alkolocks

Neue Fahrzeuge müssen künftig mit Schnittstellen ausgestattet sein, die eine Installationvon-Alkolocks erlauben.Ist diese Technik an Bord, müsste ein Fahrer vor Fahrtantritt zum Beispiel in ein Röhrchen pusten. Sollte dabei ein zu hoher Alkoholpegel gemessen werden, kann das entsprechende Signal den Start des Motors verhindern. In Deutschland fehlt für einen verpflichtenden Einbau allerdings der gesetzliche Rahmen. Insofern wird die in neuen Fahrzeugen vorhandene Schnittstelle nicht zugleich auch mit der Installation von Alkolocks einhergehen.

Unfalldatenspeicher

Zur verpflichtenden Ausstattung von Autos gehört künftig eine Blackbox. Dieser Unfalldatenspeicher (EDR) soll in einem geschlossenen und anonymisierten System Daten vor und nach einem Unfall ähnlich wie Flugschreiber in Flugzeugen aufzeichnen. Die Daten werden fortlaufend aufgezeichnet und überschrieben, bis ein Ereignis, zum Beispiel ein Crash, das Überschreiben stoppt. Aufgezeichnet werden unter anderem Geschwindigkeit, Verzögerung, Beschleunigung und Position. Diese Daten können von Polizei oder Behörden ausgelesen werden.

Notbremslicht

Mit diesem Assistenzsystem ausgestattete Autos signalisieren nachfolgenden Fahrzeugen, dass sie mit besonders starker Verzögerung bremsen. Kommt es zueinerdauerhaften Verzögerung von sechs Metern pro Quadratsekunde bei mehr als 50 km/h oder einer ABS-Aktivierung, wird dies über das Aufblinken des Bremslichts in schneller Folge angezeigt. Kommt ein stark bremsendes Auto zum Stehen, wird außerdem das Warnblinklicht aktiviert.

Rückfahrassistent

Der Rückfahrassistent soll das Rückwärtsfahren sicherer machen. Die sensor- oder kamerabasierte Technik informiert den Fahrer über Personen oder Hindernisse, die sich zum Beispiel hinter einem ausparkenden Fahrzeug befinden.

Notbremsassistent

Der Notbremsassistent (Autonomous Emergency Braking System – AEBS) soll den Fahrer bei Unaufmerksamkeit aktiv unterstützen, indem er bei Kollisionsgefahr warnt. Falls notwendig, kann der Notbremsassistent auch automatisch eine Notbremsung auslösen, mit dem Ziel, eine mögliche Kollision zu verhindern.

Notfall-Spurhalteassistent

Sollte bei einem ungewollten Verlassen der Fahrspur der Spurhalteassistent eine Notsituation erkennen, wird das Emergency-Lane-Keeping (ELK) diese durch beherzte Lenkeingriffe entschärfen.

Müdigkeitswarner

Das Driver Drowsiness and Attention Warning (DDAW) ist den meisten als Müdigkeitswarner bekannt. In modernen Autos hat diese Funktion einen bereits größeren Verbreitungsgrad. In den meisten Fällen werden die Lenkbewegungen des Fahrers analysiert, in einigen Fällen werden auch die Bewegungen von Augen und deren Lidern aufgezeichnet. sp-x