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Baum-Mix soll Klimawandel trotzen

Heimische Baumarten wie Buche, Eiche und Tanne haben den größten Anteil

Im zeitigen Frühjahr beginnt in den Wäldern des Forstbetriebs Weißenhorn im schwäbischen Landkreis Neu-Ulm jeweils die Pflanzsaison. Foto: Martin Hertel/BaySF

10.09.2022

Die Baumartenwahl und ihre Mischung sind entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des Waldes. Extreme Wetterereignisse, wie die Stürme Vivian und Wiebke oder auch Sommerstürme im Jahr 2021, haben gezeigt, dass reine Fichtenwälder leicht verwundbar und nicht ausreichend stabil sind, um dem Klimawandel und seinen Folgen standzuhalten. In jedem Waldbestand der Bayerischen Staatsforsten werden deshalb nach Möglichkeit mindestens vier Baumarten künftig vielfältige, gemischte und gestufte Wälder bilden.

Heimische Baumarten wie die Buche, die Eiche oder die Tanne machen den Löwenanteil unter den neu gepflanzten Baumarten aus. Wo der Standort geeignet ist, werden diese mit heimischen und bisher selteneren Baumarten wie Elsbeere, Spitzahorn oder Flatterulme ergänzt. Hinzu kommen bewährte weitere Arten, wie die ursprünglich aus Nordamerika stammende Douglasie. „Wir pflanzen mehr als 15 verschiedene Baumarten, die nicht nur dem Klimawandel besser standhalten sollen, sondern auch eine Vielfalt an Lebensräumen bilden“, erklärt Forstbetriebsleiter Martin Eggert aus Weißenhorn (Landkreis Neu-Ulm).

Allein auf eine einzelne Baumart zu setzen, wäre ihm angesichts der Klimaveränderungen zu gefährlich. Es gebe im Klimawandel unberechenbare Aspekte. Neben Trockenperioden können auch Schädlinge quasi wie aus dem Nichts heraus problematisch werden. Das zeigt zum Beispiel das seit einigen Jahren auftretende Eschentriebsterben, eine neue Pilzkrankheit, die befallene Eschen ganz oder teilweise zum Absterben bringt. „Der Wald ist ein hoch komplexes Ökosystem, das sich ständig verändert. Daher müssen wir für die Zukunft auf Mischung setzen. Wenn in unseren Wäldern eine Baumart ausfällt, übernehmen die anderen Baumarten“, so Eggert. Welche Baumarten in welchem Gebiet gepflanzt werden, ist stark vom Standort und den vorhandenen Bäumen abhängig.

Ziel der Staatsforsten ist es jedoch, auch seltenere heimische Laubbaumarten einzubringen, wie etwa die Wildbirne. „Die Bäume sind eine wichtige ökologische Beimischung und wertvolle Ergänzung. Wir wollen eben auch seltene Baumarten für die Zukunft sichern. Bisher können wir mit der Entwicklung sehr zufrieden sein“, so Forstmann Eggert. Daher wurden 2022 weitere Mischbaumarten ausgepflanzt – etwa die bisher nur selten vertretene heimische Elsbeere oder die Weißtanne. DK

Digitaler Baumexperte

Die Bayerische Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft hat mit dem Forstministerium den „Digitalen Baumexperten“ entwickelt, der unter www.waldbesitzerportal.bayern.de verfügbar ist. Waldbesitzer können sich damit anzeigen lassen, welche Baumarten sich grundsätzlich für den Anbau eignen beziehungsweise für welche das Anbaurisiko zukünftig als hoch angesehen wird. Gegliedert nach Regierungsbezirken und Landkreisen sind die Infos noch nach Forstlichen Wuchsbezirken unterteilt zu finden. Zusätzlich bieten Steckbriefe Wissenswertes zu 16 Baumarten. DK