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eBikes & Pedelecs

10.04.2019 11:00 Uhr

An neue Fahrdynamik gewöhnen

Der Umstieg auf ein Pedelec erfordert Übung
Schneller unterwegs mit dem Zweirad: Mit elektrischer Motorkraft unterstützt ein Pedelec seine Fahrer beim Treten. Foto: Hase/dpa
Schneller unterwegs mit dem Zweirad: Mit elektrischer Motorkraft unterstützt ein Pedelec seine Fahrer beim Treten. Foto: Hase/dpa
Elektrische Fahrräder boomen. Die Branche verkündet jährlich steigende Zuwachsraten. Doch was ist beim Umstieg etwa auf ein Pedelec zu beachten?

Der Umstieg vom Drahtesel zum Pedelec klappt nicht immer reibungslos. Denn die elektrischen Fahrräder, die beim Treten bis 25 km/h unterstützen, sind anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Im Fahrverhalten sind sie motorisierten Fahrzeugen wie Mofas etwas näher als dem herkömmlichen Fahrrad, erklärt Vincenzo Lucà vom Tüv Süd. Daher rät er, das Fahrverhalten dieser Elektrofahrräder auf einer Fläche ohne Hindernisse abseits des öffentlichen Verkehrs gründlich zu üben. Gerade in Kurven müssen sich Umsteiger auf eine ungewohnte Fahrdynamik einstellen.

Zum einen kann der Schwerpunkt des Pedelecs je nach Lage des Motors anders liegen.Motoren arbeiten an der vorderen, der hinteren Nabe oder im Tretlager. „So kann das Pedelec schon mal agiler oder träger beim Einlenken reagieren, als man es vom normalen Fahrrad gewohnt ist“, sagt Lucà. Doch der Kraftfluss durch den Motor wirkt nicht permanent, sondern unterstützt nur, wenn Fahrer in die Pedale treten.Diese Unterstützung setzt je nach Einstellung stärker oder schwächer ein.Sie kann auch von der Motorqualität abhängen.

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Bei billigen Modellen könne die Kraft beispielsweise erst ververzögert auftreten. „Sie treten, und nichts passiert, und plötzlich bekommen Sie Schub“, warnt Lucà. Das kann vor allem in Kurven gewöhnungsbedürftig sein, wenn man anfängt zu treten. Übung ist ebenfalls bei den in der Regel stärker zupackenden Bremsen gefragt, damit sie nicht blockieren. Ebenfalls zu beachten: Andere Verkehrsteilnehmer rechnen wegen ihres klassischen Raddesigns nicht immer mit Pedelecs und unterschätzen deren Tempo und Beschleunigung. Fahrsicherheitskurse für Pedelec-Einsteiger bieten unter anderem Verkehrsclubs, Verkehrswacht, Polizei, Volkshochschulen, Radfahrschulen sowie Fahrradhändler an. Dabei lernen die Teilnehmer beispielsweise auf einem Parcours,wie das Pedelec reagiert, wie groß der Wendekreis des elektrisch unterstützen Fahrrads ist und welche Gefahren im Straßenverkehr lauern. dpa

ABS fürs Elektrorad

Als zwei der ersten Elektrofahrräder am Markt mit dem Anti-Blockiersystem ABS hat die Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft (ZEG) zwei Modelle vorgestellt. Das Savona Evo 10 von Pegasus und das Upstreet 4 von Flyer haben diese vom Auto und Motorrad bekannte Bremstechnologie an Bord. Das Assistenzsystem arbeitet hiermit Hilfe von Sensoren an den Bremsscheiben der Laufräder. Gezielte Bremseingriffe am Vorderrad verhindern, dass es selbst bei vollgezogener Bremse blockiert, so die ZEG. Dabei senkt die Kontrolleinheit bei Bedarf automatisch den Bremsdruck in Sekundenbruchteilen und baut ihn wieder auf – immer wieder. Blockieren kann das Vorderrad ohne so ein ABS etwa, wenn Fahrer im Schreck oder bei Gefahr zu abrupt und massiv die meist sehr leistungsstarken Bremsen von E-Bikes ziehen. Seitliches Wegrutschen in Kurven oder ein Sturz können die Folgen sein. dpa

E-Bike-Boom dauert an

Knapp jedes vierte neu verkaufte Fahrrad in Deutschland hat inzwischen einen Elektromotor. Davon geht die deutsche Fahrradindustrie aus. Der E-Bike-Boomließ die Branche 2018 weiter wachsen. Der Umsatz mit Fahrrädern und E-Bikes stieg um 16,3 Prozent auf 3,16 Milliarden Euro, wie der Zweirad-Industrie-Verband mitteilte. dpa
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