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Akademikerinnen auf dem Bauernhof

Ein Viertel der Landwirtinnen mit Hochschulabschluss – Frauen verdienen weniger als Männer

335 000 Frauen arbeiten in der deutschen Landwirtschaft – ihre Zahl ist rückläufig. Foto: i.m.a e.V.

13.06.2022

Die Landwirtschaft ist ein Spiegelbild der Gesellschaft: Frauen verdienen deutlich weniger Geld als Männer, und sie haben seltener einen Chefposten inne. Dabei hat ein Viertel der deutschen Bäuerinnen einen Hochschulabschluss. Darauf weist der bundesweite Verein information.medien. agrar (i.m.a.) hin.

Wie in vielen Bereichen der Gesellschaft gebe es auch in der Landwirtschaft Unterschiede zwischen der Wertschätzung von Frauen und Männern. Am einfachsten ließen sich diese Unterschiede im monetären Bereich ausmachen. Dort beträgt die Differenz zwischen dem, was Männer und Frauen in der Landwirtschaft verdienen, laut i.m.a. etwa 20 Prozent. Das i.m.a-Mitglied, der Deutsche LandFrauenverband e. V., setzt sich schon seit Jahren für eine Angleichung des Lohnniveaus und damit für eine bessere Wertschätzung von Frauen in der Landwirtschaft ein.

Da Bauernhöfe in weiten Teilen des Landes familiengeführte Betriebe sind, in denen die Frauen mitarbeiten, fallen Lohnunterschiede weniger auf als beispielsweise in der Industrie oder der Dienstleistungsbranche.

Zwar gibt es auch in der Landwirtschaft Tarifverträge, aber etwa 40 Prozent der Frauen in den Familienbetrieben arbeiten ohne ein vertragliches Beschäftigungsverhältnis und ohne festes Gehalt. Andererseits ist die Mehrheit der Frauen in den familiengeführten Betrieben in die Entscheidungen mit einbezogen. Mit anderen Worten: Sie tragen die gleiche Verantwortung wie ihre Lebenspartner.

Andererseits scheint sich die Rolle der Frau in der Landwirtschaft zuändern. Das legen erste Ergebnisse einer noch laufenden Studie zu „Frauen in der Landwirtschaft“ nahe. Bisher haben sich an der Umfrage mehr als 7000 Frauen beteiligt. Der ablesbare Trend bestätigt, dass fast die Hälfte der befragten Frauen als Ehe- oder Lebenspartnerin des Landwirts mitarbeitet, nur 19 Prozent leiten den Betrieb. Immer mehr Frauen in der Landwirtschaft haben einen hohen Bildungsgrad, immer öfter trauen sich Frauen die Übernahme eines Betriebes zu, und immer häufiger wird für sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein Thema.

Seit vielen Jahren fordern die Landfrauen eine bessere Wahrnehmung und Akzeptanz der Rolle der Frauen in der Landwirtschaft. Dazu gehört neben einer Verbesserung von Beratungs- und Bildungsangeboten auch eine Erfassung der Leistungen von Frauen in der Agrarstatistik. In der deutschen Landwirtschaft arbeiten 335 000 Frauen – 6000 weniger als noch vor einem Jahr. DK