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Daheim in Adelschlag

12.7.2017 8:00 Uhr

Historie und Bräuche werden gepflegt

Römerstrasse
Bereits die alten Römer haben eine Verbindung der Ortsteile Adelschlags geschaffen. Einen Beweis, dass an der Straße vom Kastell Pfünz über Pietenfeld, Adelschlag und Möckenlohe nach Nassenfels Römer ansässig waren, lieferte schon Anfang des Jahres 1900 der berühmte Römerforscher Friedrich Winkelmann. Er barg an der Römerstraße südöstlich von Pietenfeld einen römischen Grabstein. Damit ist die ganze Gemeinde Bestandteil zahlreicher Schulbücher. Besondere Erwähnung findet hier der römische Gutshof „Villa Rustica“ im Ortsteil Möckenlohe. In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der Landesstelle für Nichtstaatliche Museen wurde der Gutshof 1993 ausgegraben und über den originalen Grundmauern rekonstruiert. Hier können Besucher seit über 20 Jahren das „Wohnen in der römischen Provinz“ und die antike Landwirtschaft kennenlernen.

Besonders Schulklassen gehören zu den regelmäßigen Besuchern auf dem Gelände in Möckenlohe. Im Haustierpark neben dem Museum können Wollschweine, Ziegen, Rinder und Esel begutachtet werden. Jedes Jahr im August wird auf dem Gelände der Familie Donabauer ein „Römisches Erntedankfest“ gefeiert.

Für die Zukunft plant der Verein Römervilla ein neues Museumsgebäude inklusive eines Ausstellungsraumes mit integriertem museumspädagogischen Bereich. klk

Vereinstradition

Geselligkeit wird in der Gemeinde Adelschlag großgeschrieben, was anhand der stolzen Zahl von knapp 50 Vereinen deutlich wird. Der größte Verein in Adelschlag ist die DJK Pietenfeld/Adelschlag mit über 600 Mitgliedern. Neben dem gesellschaftlichen Leben wird in allen Vereinen auch die Tradition gepflegt. Einen besonderen Brauch ehren die Böllerschützen „Enzian“ Ochsenfeld. Seit der ersten „Böller-Schießerlaubnis“ anlässlich des Mittelfränkischen Schützentags im Jahr 1987, sind nunmehr 30 Jahre vergangen, in denen die Ochsenfelder mit ihren teils noch von Hand gefertigten Schaftböllern schießen. So kracht es auch heute noch zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten, Geburtstagen oder manchmal auch Beerdigungen. Besonders wichtig ist den Böllerschützen selbstverständlich die Sicherheit. Nur mit entsprechender Qualifikation ist es überhaupt erlaubt, Böllerschütze zu sein.

Die Enzianschützen mit ihren Böllern sind beim Eichstätter Volksfest kaum noch wegzudenken. Höhepunkt des Jahres ist jedoch sicherlich das weit über die Grenzen von Ochsenfeld und der Gemeinde hinaus bekannte „Ochsenfelder Neujahrsanschießen“ am Dorfweiher, der sogenannten „Hü“. Begleitet von den Klängen der Möckenloher Blaskapelle, einem weiteren Aushängeschild der Gemeinde, begrüßen die Böllerschützen damit das neue Jahr. klk

Schlichtes Gotteshaus

Ein besonderes Bauwerk der Gemeinde stellt sicherlich die Filialkirche St. Andreas im Ortsteil Adelschlag dar. Erstmalige Erwähnung in den Geschichtsbüchern findet die alte Kirche Anfang des 18. Jahrhunderts. Nach einer Renovierung Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche im Jahr 1972 abgerissen und in den folgenden beiden Jahren vom bekannten Eichstätter Architekten Karljosef Schattner neu errichtet.

Der moderne Gemeinderaum mit historischer Ausstattung und dem angrenzenden renovierten barocken Kirchturm stieß anfangs nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch in der Presse auf große, recht unterschiedliche Resonanz. Obwohl in Adelschlag, entgegen sonstiger „Schattner-Bauten“ weniger Beton und Stahl, sondern vor allem heimische Ziegel und Holz verbaut wurden, stieß diese Art der Architektur teils auf große Vorbehalte.

Heute sind die Adelschlager jedoch stolz auf ihren schlichten Kirchenbau, welcher meist den Mittelpunkt größerer Feierlichkeiten im Pfarreienverbund Möckenlohe–Adelschlag–Pietenfeld darstellt.

Vor allem mit Blick auf die Zukunft der katholischen Kirche, verfügt die Diözese Eichstätt mit der Andreaskirche in Adelschlag über einen äußerst zeitgemäßen Gebetsraum, welcher das Anliegen des Architekten, Menschen Platz für die Begegnung mit Gott zu bieten, widerspiegelt. klk

Fakten

Die mittlerweile knapp über 3000 Einwohner leben in vier gleichwertigen Orten (Adelschlag, Möckenlohe, Ochsenfeld, Pietenfeld), von denen Pietenfeld mit rund 980 Einwohnern am größten ist.

Die politische Gemeinde Adelschlag entstand aus der Gebietsreform 1971 durch die Zusammenlegung der bis dato selbstständigen Orte Adelschlag, Möckenlohe und Ochsenfeld zu einer Einheitsgemeinde. Pietenfeld wurde im Jahr 1978 eingemeindet. 1978 schloss sich die Gemeinde mit den benachbarten Gemeinden Nassenfels und Egweil zu einer Verwaltungsgemeinschaft (VG) zusammen.

Neben einer guten verkehrstechnischen Anbindung bietet die Gemeinde mit den Kindergärten in Möckenlohe (St. Marien), Ochsenfeld (St. Nikolaus) und Pietenfeld (St. Michael) und der Grundschule in Adelschlag mit offener Ganztagesbetreuung eine sehr gute Infrastruktur. Derzeit in Bau befindet sich außerdem eine Kinderkrippe.

Nördlich des Ortsteiles Adelschlag, nahe der Bundesstraße 13, befindet sich auf einem 5,2 Hektar großen Gelände oberhalb der Grundschule seit 2015 das erste Gewerbegebiet der Kommune. Damit können sich Gewerbetreibende in guter Lage auf kostengünstigen Gewerbebauplätzen niederlassen.

Hiermeier
Schreinerei Michael Bauer
Gasthof Krone
Sellinger
J. Schneider Baukranservice
Gemeinde Adelschlag
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