Anzeigen
 
 
Anzeige

Berufswahl 2017

6.9.2017 9:00 Uhr

Erfolgversprechende Türöffner

Jeder vierte Jugendliche findet seinen Ausbildungsplatz über Praktikum und persönliche Kontakte
Ein Praktikum kann den Weg in die Ausbildung ebnen. 37 Prozent der Jugendlichen mit niedrigen Schulabschlüssen gelangten im Jahr 2014 so zu ihrem Ausbildungsplatz. Foto: dpa
Ein Praktikum kann den Weg in die Ausbildung ebnen. 37 Prozent der Jugendlichen mit niedrigen Schulabschlüssen gelangten im Jahr 2014 so zu ihrem Ausbildungsplatz. Foto: dpa
Neben Erfahrungen aus Berufspraktika sind vor allem persönliche Kontakte für Jugendliche erfolgversprechende Türöffner auf dem Weg zum Ausbildungsplatz. Die Unterstützung durch Berufsberater, Eltern und Verwandte hilft oft, einen passenden Ausbildungsplatz zu finden.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf der Grundlage einer 2014 erfolgten Befragung von Jugendlichen, die bei der Bundesagentur für Arbeit als Ausbildungsplatzbewerber registriert waren. Gegenüber der Befragung aus dem Jahr 2012 haben diese Wege sogar noch an Bedeutung gewonnen.

Fand beispielsweise 2012 etwa jeder fünfte Jugendliche über ein Praktikum zur Ausbildungsstelle, war es im Jahr 2014 schon jeder Vierte. Die Analyse zeigt, dass junge Männer und junge Frauen auf ähnlichen Wegen auf ihren Ausbildungsplatz aufmerksam wurden, sich aber Unterschiede in der Reihenfolge zeigen. Bei jungen Männern steht das Praktikum an erster Stelle, junge Frauen erleben den Weg über die Berufsberatung als besonders hilfreich.

Die Erfolgsbilanz von Unterstützungsleistungen durch Familie, Freunde oder Bekannte ist konstant geblieben.

Je höher der Schulabschluss der erfolgreichen Bewerber ist, desto häufiger wurden sie durch die Internetseiten der Agentur für Arbeit oder der Ausbildungsbetriebe auf ihre Ausbildungsstelle aufmerksam.

Erfolgreiche Bewerber mit einem niedrigeren Schulabschluss gelangten dagegen deutlich häufiger durch ein Praktikum an ihre Ausbildungsstelle.

So war ein Betriebspraktikum für 37 Prozent der Jugendlichen mit Hauptschulabschluss, aber nur für 13 Prozent bei denjenigen mit Fachhochschul- oder Hochschulreife ausschlaggebend für den Erfolg bei der Ausbildungsplatzsuche. DK

Rewe

Regeln für das Praktikum

Für Schülerbetriebspraktika gibt es klare gesetzliche Richtlinien, da die Schüler unter das Jugendschutzgesetz fallen. Ein Praktikant soll zwar keinen Arbeitnehmer ersetzen, er soll aber dennoch seinen Platz im Unternehmen für die Zeit seines Praktikums ausfüllen.

Er verpflichtet sich zur Verschwiegenheit über die internen Abläufe im Betrieb und darf vertrauliche Informationen nicht nach außen tragen. Jeder Praktikant ist verpflichtet, den Verlauf des Praktikums zu dokumentieren. Ist der Schüler unter 15 Jahren, darf er nicht mehr als sieben Stunden am Tag, maximal 35 Stunden pro Woche arbeiten. Ab 16 Jahren dürfen Schüler schon acht Stunden täglich arbeiten und in der Woche maximal 40 Stunden. In Bereichen wie der Gastronomie, dem Bau und der Landwirtschaft gibt es zudem Ausnahmeregelungen. Arbeit am Wochenende ist allerdings nur in der Pflege erlaubt. DK

Die Top Ten der Ausbildungsberufe 2016

Bürokaufmann/-frau der begehrteste Beruf

Der Kfz-Mechatroniker ist seit Jahren der begehrteste Beruf von jungen Männern. Foto: dpa
Der Kfz-Mechatroniker ist seit Jahren der begehrteste Beruf von jungen Männern. Foto: dpa
Auch 2016 wurde wieder mehr als ein Drittel aller neuen Ausbildungsverträge in nur zehn Berufen abgeschlossen. Alter und neuer Spitzenreiter in der Rangliste der Ausbildungsberufe nach Neuabschlüssen ist der Beruf Kaufmann/-frau für Büromanagement. Rund 28 700 Jugendliche haben in diesem Beruf bundesweit einen neuen Ausbildungsvertrag unterschrieben. Dies zeigt die Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) aus der Erhebung zur Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum 30. September 2016.

Kauffrau für Büromanagement ist deutschlandweit der beliebteste Beruf bei den jungen Frauen. Foto: dpa
Kauffrau für Büromanagement ist deutschlandweit der beliebteste Beruf bei den jungen Frauen. Foto: dpa
Mit weiblichen Auszubildenden wurden 2016 die meisten Ausbildungsverträge in den kaufmännischen Berufen Kauffrau für Büromanagement, im Einzelhandel, im Groß- und Außenhandel sowie Industriekauffrau, als Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte, Verkäuferin und Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk sowie als Hotelfachfrau und Friseurin abgeschlossen. Bei den Männern lagen nach dem Kfz-Mechatroniker, der weiterhin mit großem Vorsprung die Spitzenposition einnimmt, der Elektroniker, der Kaufmann im Einzelhandel, der Industriemechaniker, der Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, der Fachinformatiker, der Verkäufer, die Fachkraft für Lagerlogistik sowie der Kaufmann im Groß- und Außenhandel beziehungsweise der Kaufmann für Büromanagement auf den weiteren Plätzen.

Nach wie vor stehen damit dieselben zehn am stärksten vertretenen Berufe auch 2016 unverändert an der Spitze der Rangliste der neu abgeschlossenen dualen Ausbildungsverträge. Die Fachinformatiker/- innen kletterten deutlich von Rang 14 auf Platz 11. Abgenommen hat dagegen die Zahl der Neuabschlüsse bei den Bankkaufleuten, die im Vergleich zu 2015 von Platz 12 auf 16 in der Rangliste abgerutscht sind. DK
Seite : 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 |
Fehler melden