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Berufswahl 2017

6.9.2017 9:00 Uhr

Engpässe in technischen Berufen

Entwicklung mit regionalen Unterschiede / Im Osten boomt vor allem das Gesundheitswesens
In den technischen Berufen wird es in Zukunft deutschlandweit Engpässe geben. Wer sich heute zum Elektrotechniker ausbilden lässt, hat daher beste berufliche Chancen. Foto: dpa
In den technischen Berufen wird es in Zukunft deutschlandweit Engpässe geben. Wer sich heute zum Elektrotechniker ausbilden lässt, hat daher beste berufliche Chancen. Foto: dpa
Im Bereich der technischen Berufe, die einen Berufsabschluss voraussetzen, kommt es bis zum Jahr 2030 zu Fachkräfteengpässen in allen Regionen Deutschlands – wenn sich die bisherigen Trends auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in der Zukunft fortsetzen. Dies zeigen regionale Ergebnisse der gemeinsamen Qualifikations- und Berufsfeldprojektionen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Deutschlands Regionen werden langfristig in sehr unterschiedlichem Ausmaß von Arbeitskräfteengpässen betroffen sein. Grund hierfür sind die bereits jetzt vorherrschenden wirtschaftlichen und demografischen Ausgangslagen. Vor allem im Bereich der Fachkräfte mit einem mittleren Ausbildungsabschluss ist jedoch in fast allen Regionen bis zum Jahr 2030 mit einem Engpass zu rechnen. Für den Osten Deutschlands wird ein Mangel an Akademikern prophezeit.

Mangel an Technikern


Auf beruflicher Ebene – unterschieden wird nach 20 sogenannten erweiterten Berufshauptfeldern – fallen die Ergebnisse für die einzelnen Regionen ebenfalls sehr unterschiedlich aus. Engpässe zeichnen sich demnach vor allem in Berufen ab, die einen Berufs- oder Fortbildungsabschluss voraussetzen. Flächendeckend wird dies in den technischen Berufen zu spüren sein. Zu diesen Berufen gehören beispielsweise Elektrotechniker, Bautechniker, Vermessungstechniker und Technische Zeichner sowie zum Beispiel Chemie-, Biologie- und Physiklaboranten. Diese Entwicklung wird sich regional sehr unterschiedlich darstellen. In den Gesundheitsberufen werden auf Bundesebene zwar Engpässe erwartet, allerdings nicht in allen Regionen. Gleichzeitig kommt es bis zum Jahr 2030 zu einem flächendeckenden Überangebot an Arbeitskräften im Bereich der kaufmännischen Dienstleistungsberufe, der lehrenden Berufe, der Kaufleute im Warenhandel sowie der rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Berufe.

Ländlich geprägter Norden

Die Region Nord beispielsweise – also Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein – wird nach der Studie im Vergleich zu den anderen Regionen auch 2030 stärker auf Landwirtschaft, Verkehr und Lagerei konzentriert. Während in den landwirtschaftlichen Berufen Engpässe möglich sind, wird in den Verkehrs-, Lager- und Transportberufen das Arbeitsangebot den Bedarf decken können. Rekrutierungsschwierigkeiten werden in dieser Region neben den technischen Berufen vor allem bei den Bauberufen auftreten. Die Studie geht davon aus, dass die Regionen Nord und Nordrhein-Westfalen aufgrund einer starken Qualifizierung im Gesundheitsbereich die einzigen Regionen mit einem Überangebot an Arbeitskräften in den Gesundheitsberufen sein werden.

Überschuss an Kaufleuten

In der Region Mitte-West – dazu gehören Hessen, Rheinland- Pfalz, Saarland – ist die Wirtschaftsstruktur auch bis zum Jahr 2030 geprägt vom Finanz- und Versicherungssektor. In den besonders vorherrschenden Bereichen der kaufmännischen Berufe sowie der rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Berufe wird es zu einem Überangebot an Fachkräften kommen.

Keine Engpässe in Bayern

In den Regionen Baden-Württemberg und Bayern wächst im Gegensatz zu den anderen Regionen die Bevölkerung. Dort wird auch 2030 das verarbeitende Gewerbe der Motor des wirtschaftlichen Wachstums bleiben. In den Berufen, die in Bayern und Baden-Württemberg dominieren, also bei Maschinen und Anlagen steuernden und wartenden Berufen sowie IT- und naturwissenschaftlichen Berufen, wird es zu einem Überangebot an Fachkräften kommen. In Bayern ist in vergleichsweise nur wenigen Berufshauptfeldern überhaupt mit einem Fachkräfteengpass zu rechnen.

Der Osten schrumpft

In den neuen Bundesländern stellt das Gesundheitswesen ab dem Jahr 2020 die größte Branche dar. Ein Grund hierfür ist der demografische Wandel, der bis 2030 in allen Regionen hier den größten Bevölkerungsrückgang hervorruft. Der starke Angebotsrückgang wird auch die Rekrutierungsschwierigkeiten in den meisten Berufshauptfeldern verstärken.

Mobilität gleichen aus

Die in den Projektionen vorhergesagten Engpässe oder Überhänge sind nicht als unausweichlich aufzufassen. So schreiben die Autoren: „Die Projektionen zeigen, auf welchem Entwicklungspfad wir uns bis 2030 befinden, wenn sich die bisherigen Trends in der Zukunft fortsetzen.“ Durch beispielsweise mehr regionale Mobilität und berufliche Flexibilität könnten Fachkräfteengpässe und -angebote teilweise ausgeglichen werden. DK

Xervon Instandhaltung GmbH

HINTERGRUND

Die BIBB-/IAB-Berufsfeldprojektionen werden vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sowie dem Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik (FIT) und der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) durchgeführt. Mehr dazu unter

www.qube-projekt.de
Moser Agrar & Baufachzentrum e. K.
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