Anzeigen
 
 
Anzeige

Berufswahl 2017

6.9.2017 9:00 Uhr

Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt

In der Region Ingolstadt sind noch 327 Stellen frei und 381 Jugendliche unversorgt
Die Nachfrage nach Fachkräften ist in Bayern ungebrochen hoch. In Bayern fehlen die Spezialisten vor allem im Metallbau und in Berufen der Zimmerei. Foto: Fotolia
Die Nachfrage nach Fachkräften ist in Bayern ungebrochen hoch. In Bayern fehlen die Spezialisten vor allem im Metallbau und in Berufen der Zimmerei. Foto: Fotolia
Das Ausbildungsjahr hat begonnen. Von Oktober 2016 bis Juli 2017 haben sich 77 083 Bewerberinnen und Bewerber bei der Agentur für Arbeit in Bayern gemeldet. Das sind 279 Ausbildungsplatzsuchende (0,4 Prozent) weniger als im letzten Jahr. Die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen ist hingegen mit insgesamt 99 618 Angeboten im gleichen Zeitraum um 1734 (1,8 Prozent) gestiegen.

Aktuell sind noch rund 19 000 junge Menschen auf der Suche nach einer Lehrstelle. Ihnen stehen mehr als 34 600 freie Ausbildungsstellen zur Verfügung. Rein rechnerisch kommen damit in Bayern auf 100 unversorgte Bewerber 180 freie Ausbildungsplätze. Das stellt sich regional unterschiedlich dar. In Oberbayern stehen 127,6 Ausbildungsplätze für 100 Bewerber zur Verfügung. Damit gebe es rein theoretisch für jeden Jugendlichen auch eine Lehrstelle.

Auch die Statistik der Bundesagentur für Arbeit in Ingolstadt zeigt eine positive Entwicklung: Heuer standen 1487 gemeldete Ausbildungsstellen 1032 suchenden Schulabgängern gegenüber. Damit gibt es in der Region für jeden Bewerber 1,4 Lehrstellen. Im Juli waren noch 327 Stellen unbesetzt und 381 Jugendliche unversorgt.

„Jedoch kann man Angebot und Nachfrage nicht 1:1 gegenüberstellen“, betont Ralf Holtzwart, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern der Agentur für Arbeit. „Auf der einen Seite stehen die Berufswünsche und regionalen Präferenzen der jungen Menschen. Sie haben zum Teil ganz genaue Vorstellungen von dem, was sie wo und bei wem lernen möchten. Auf der anderen Seite stehen die Unternehmen, die ihre betriebsspezifischen Anforderungen an die künftigen Nachwuchskräfte stellen. Diese beiden Seiten optimal zusammenzubringen, das ist die tägliche Herausforderung unserer Berufsberatung. Da ist Flexibilität auf beiden Seiten gefragt“, so Holtzwart.

Die Nachfrage nach Fachkräften in Bayern ist ungebrochen hoch. Der demografische Wandel, die hohe Einstellungsbereitschaft der Unternehmen sowie auch die voranschreitende Digitalisierung werden diesen Trend noch verschärfen. Die aktuelle Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit zeigt auf, in welchen Berufen schon jetzt Besetzungsschwierigkeiten auftreten. Neben den bundesweiten Engpässen zeigt sich in Bayern insbesondere ein Mangel an Spezialisten in den Berufsgruppen Metallbearbeitung, Fahrzeugtechnik, Softwareentwicklung und Programmierung sowie ein Mangel an Fachkräften in der Fahrzeugtechnik, im Metallbau und in Berufen der Zimmerei.

Er empfiehlt jungen Menschen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz neben den eigenen Interessen und Neigungen auch die Zukunftsperspektiven des Wunschberufes im Blick zu behalten.

In den Bereichen, in denen schon heute händeringend Fachkräfte gesucht werden, stünden die Chancen auf einen Arbeitsplatz nach der Ausbildung sehr gut.

Ein Großteil der Ausbildungssuchenden beschränke sich trotz der Vielfalt auf dem Lehrstellenmarkt auf eine kleine, nahezu gleichbleibende Auswahl an Berufen. Während in der Metallbearbeitung 716 Bewerber aus mehr als 1300 Lehrstellen wählen können, kommen auf 5481 Bewerber, die den begehrten Ausbildungsberuf Kaufmann/-frau für Büromanagement anstreben, nur 4416 Lehrstellen in Bayern.

Bewerber, die zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Aussicht auf einen Ausbildungsplatz haben, sollten den Kontakt zur Berufsberatung der lokalen Arbeitsagentur suchen. Aber auch für Arbeitgeber mit Besetzungsschwierigkeiten der eigenen Lehrstellen lohnt sich die Kontaktaufnahme zum Arbeitgeberservice, um sich Alternativen aufzeigen zu lassen. Mit einem speziellen Förderprogramm unterstützt die Bundesagentur für Arbeit beispielsweise bei der Ausbildung von Helfern zu Fachkräften. DK

325 Berufe in dualer Ausbildung

Jugendliche können in Deutschland aus einer Gesamtzahl von 327 anerkannten dualen Ausbildungsberufen auswählen. Wie anpassungsfähig die duale Berufsausbildung in Deutschland ist, verdeutlicht die Tatsache, dass das Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) seit dem Jahr 2007 gemeinsam mit Bund, Ländern, Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis insgesamt 150 Ausbildungsordnungen überarbeitet und an die aktuellen wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Anforderungen angepasst hat. Dabei wurden 135 Ausbildungsordnungen modernisiert und 15 Ausbildungsberufe neu geschaffen.

Das Ausbildungsjahr 2017/18 begann erneut mit zwölf modernisierten dualen Ausbildungsberufen:

- Automobilkaufmann/-frau
- Biologielaborant/-in
- Biologiemodellmacher/-in
- Bürsten- u. Pinselmacher/-in
- Fleischer/-in
- Kaufleute im Einzelhandel
- Klavier- u. Cembalobauer/-in
- Luftverkehrskaufleute
- Schuhfertiger/-in
- Servicekaufleute Luftverkehr
- Verfahrenstechnologe/-in für Mühlen- und Getreidewirtschaft
- Verkäufer/-in

Zurzeit arbeitet das BIBB an der Modernisierung von mehr als zehn Ausbildungsordnungen, die im Jahr 2018 in Kraft treten werden. DK

Zuschuss für die erste Wohnung

Ausbildungsbeihilfen zum Wohnen fernab vom „Hotel Mama“

Für die Unterstützung zum Lebensunterhalt können Jugendliche Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) von der Arbeitsagentur erhalten, wenn der Ausbildungsbetrieb zu weit vom Wohnort der Eltern entfernt ist und deshalb eine eigene Wohnung benötigt wird.

Jugendliche sind anspruchsberechtigt, wenn sie eine betriebliche oder überbetriebliche Ausbildung, eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) oder eine Maßnahme zum nachträglichen Erwerb des Schulabschlusses absolvieren. Anträge auf BAB sollten rechtzeitig vor Ausbildungsbeginn bei der Agentur für Arbeit gestellt werden, da die Leistung frühestens ab dem Monat der Antragstellung gezahlt werden kann.

Die Höhe der zustehenden Berufsausbildungsbeihilfe richtet sich nach dem Einkommen des Auszubildenden, dem seines möglichen Ehegatten oder dem der Eltern sowie der Unterbringungsart. Eigenes Einkommen der oder des Auszubildenden wird grundsätzlich voll angerechnet, das der Person, mit der sie oder er in einer Lebenspartnerschaft verbunden ist, und der Eltern nur, soweit es bestimmte Freibeträge übersteigt. DK

Weiterführende Informationen zur Antragstellung und zur Leistung gibt es telefonisch unter (08 00) 4 55 55 00 oder im Internet unter

www.arbeitsagentur.de
Bühler GmbH
Klinikum Ingolstadt GmbH
BBZ Berufsbildungszentrum Gesundheit Ingolstadt
Landkreis Eichstätt
HWK für München und Oberbayern - Bildungszentrum Ingolstadt
Seite : 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 |
Fehler melden