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Herbstgespräche - der Energieberatungsagentur im Landkreis Roth

17.11.2017 18:00 Uhr

Ein Werkstoff – viele Vorteile

Bauen mit Holz ist nachhaltig, schützt das Klima und bringt vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten mit
Ein Baustoff der Behaglichkeit und des Klimaschutzes: Holz ist nicht nur deswegen eine gute Wahl, weil es eine nachwachsende Ressource ist, sondern auch einer der besten Wärmedämmer. Foto: ENA
Ein Baustoff der Behaglichkeit und des Klimaschutzes: Holz ist nicht nur deswegen eine gute Wahl, weil es eine nachwachsende Ressource ist, sondern auch einer der besten Wärmedämmer. Foto: ENA
Aus unzähligen Anwendungsbereichen kennen wir den Baustoff Holz. Über Jahrhunderte bewährte er sich als Material für Dächer, Decken, Wände oder als Verkleidung im Innen- und Außenbereich. Vielfältige technische Errungenschaften und innovatives Denken unserer Zeit ermöglichten es, Holz in Verbindung mit Stahl, Glas, Beton und unzähligen Verbundstoffen in Konstruktion und Gestaltung einzusetzen.

- Holznutzung als aktiver Umwelt- und Klimaschutz: Holz ist der bedeutendste Bau- und Werkstoff. Was viele nicht wissen: Seit 300 Jahren wird in unseren heimischen Wäldern nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit gewirtschaftet. Das heißt: Es wird nicht mehr geerntet, als nachwächst. Aus ökologischer Sicht ist somit die Verwendung von heimischen Hölzern nur zu empfehlen. Kurze Transportwege sind umweltfreundlich und sparen Energie. Als ein nachwachsender, regional verfügbarer Baustoff und als CO2- Speicher vereint Holz die Kriterien der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes in idealer Weise.

- Das Holzhaus:
Die Zukunft gehört den energiesparenden Bauweisen. Holz ist nicht nur deswegen die richtige Wahl, weil es eine nachwachsende Ressource ist, sondern weil es eine ganze Reihe hervorragender bautechnischer Vorteile mit sich bringt: Optimale Wärmedämmung, hohe Festigkeit, geringes Gewicht, schmale Wände, kurze Bauzeiten, trockene Bauweise und flexible Gestaltungsmöglichkeiten, um nur einige zu nennen. Der moderne Holzbau erfüllt problemlos die gestiegenen bauphysikalischen Anforderungen des Wärme-, Feuchte- und Schallschutzes.

- Moderner Holzskelettbau als Weiterentwicklung des Fachwerkbaus:
Der Begriff „Fachwerk“ bezeichnet eine traditionelle Holzskelettbauweise, bei der die Zwischenräume des Skeletts durch Flechtwerk, Bohlen und Lehm oder teilweise ausgemauert ausgefüllt wurden. Traditionelle Fachwerkbauten erfüllen meist nur bedingt die heutigen statischen und bauphysikalischen Anforderungen. Bei der Renovierung und Umnutzung sind entsprechende Kenntnisse unerlässlich. Seinen Ursprung hat der Holzskelettbau im traditionellen Fachwerkbau und ist dessen konsequente Weiterentwicklung mit leistungsfähigen Werkstoffen und Verbindungsmitteln für Stützen und Träger. Innen- und Außenwände haben normalerweise keine tragende Funktion. Dies macht es möglich zum Beispiel die Außenwände großflächig zu verglasen.

- Holzrahmenbau und Holztafelbau:
Holzrahmen- und Holztafelbauten bestehen aus einem Traggerippe von Hölzern, die durch Holzplatten oder andere Plattenwerkstoffe flächig beplankt sind. Diese Decken-, Dach- und Wandtafeln sind in allen Richtungen belastbar. Die Hohlräume in den Wandelementen zwischen den Hölzern werden mit Dämmstoffen gefüllt, sodass tragende Konstruktion und Dämmung in einer Ebene liegen. Dadurch entsteht ein multifunktionales Bauteil, das sowohl statische als auch bauphysikalische Funktionen übernimmt. Beim Holztafelbau werden die Elementtafeln bereits im Werk mit Türen, Fenstern, Rollladenkästen und Putz, Holzverschalung oder Klinker versehen. Der Holzrahmenbau ist ähnlich dem Holztafelbau, besitzt aber einen geringeren Vorfertigungsgrad. Die Wand- und Deckentafeln sind aus einem Vollholzrahmen und werden auf der Baustelle stockwerksweise aufgerichtet, mit Wärmedämmung ausgefacht und mit Holzwerkstoffplatten flächig beplankt.

- Blockbau und moderner Massivholzbau:
Die älteste, auch heute noch angewendete Holz- Massivbauweise ist der Blockbau mit Stämmen oder Blockbohlen. Moderne Systeme verwenden flächige, aus Brettern oder Bohlen vernagelte beziehungsweise verleimte Elemente. Bei der Blockbauweise werden Holzstämme oder Holzbohlen horizontal übereinander geschichtet. Klassisch ist die einschalige Bauweise mit Rundbalken. Aufgrund der Anforderungen an den Wärmeschutz geht der Trend zu doppelschaligen Konstruktionen.

- Bauphysikalische Besonderheiten von Holz: Holz ist unter den konstruktiven Baustoffen einer der besten Wärmedämmer. Die Wärmedämmung wird platzsparend im Bauteil oder auf dem Bauteil angebracht. Mit der Verwendung von Zusatzdämmschichten für Dach- und Wandbauteile lassen sich Wärmebrücken beinahe vollständig vermeiden. Nicht nur während der Heizperiode im Winter kommen die Vorzüge einer guten Wärmedämmung im Holzhaus zur Geltung. Auch beim sommerlichen Wärmeschutz beweisen gut gedämmte Konstruktionen, dass sie Vorteile mit sich bringen. Was im Winter die Wärme im Raum lässt, hält sie im Sommer auch von außen ab.

- Brandschutz: Das Vorurteil, Holzhäuser seien im Fall eines Brandes nicht sicher, hält sich hartnäckig. Und das völlig zu Unrecht. Holzhäuser erfüllen die Brandschutzvorschriften und halten den Flammen mindestens ebenso lange stand wie Massivbauten aus Steinen. Wichtige Kriterien sind, dass Konstruktionshölzer durch Verkleidung und Dämmung der direkten Brandeinwirkung entzogen werden und dadurch keinen Beitrag zur Brandausbreitung leisten. Hohlräume werden mit gängigen Dämmstoffen abgeschottet, dies reduziert auch den Temperaturanstieg in angrenzenden Räumen. Außerdem besitzen Holzbauteile eine geringe Wärmeleitfähigkeit und Längenänderung durch einwirkende Wärme.

- Werterhalt und Lebensdauer:
Mit einer fachgerechten und sorgfältig ausgeführten Konstruktion, die das Holz vor anhaltend zu hoher Feuchtigkeit bewahrt, lassen sich Bauschäden meist zuverlässig vermeiden. Der bauliche Holzschutz ist immer dem chemischen Holzschutz vorzuziehen. Verarbeitet werden sollten nur gut getrocknete Hölzer. Bei einem Feuchtegehalt von weniger als 20 Prozent können weder Insekten noch Pilze das Holz besiedeln. Für moderne Holzbauweisen mit ihrem hohen Entwicklungs- und Qualitätsstandards der Werkstoffe, der Konstruktion und der Bauphysik kann man getrost von einer technischen Lebensdauer ausgehen, die der aus Steinen erstellten Gebäuden vergleichbar ist. Aus diesem Grund kann man auch für moderne Holzhäuser eine durchschnittliche Gesamtnutzungsdauer von 80 bis 100 Jahren ansetzen. In der Realität werden Häuser natürlich häufig älter, wenn sie je nach Nutzung und technischer Entwicklung modernisiert werden.

- Energieverbrauch:
Die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) werden von Holzhäusern spielend eingehalten und Effizienzhausklassen nach den technischen Anforderungen der KfW-Förderbank relativ leicht erreicht. Ein typisches Merkmal der Holzbauweise ist der geringe Unterschied zwischen der Raumlufttemperatur und der raumseitigen Oberflächentemperatur der Außenwände. Hier werden nur Schichten geringer Dicke (zum Beispiel Gipsbau- oder Gipsfaserplatten) „aufgeheizt“, so kann die Temperatur der Raumluft und der Bauteiloberflächen im Holzhaus schnell reguliert werden. Da gleichzeitig die Außenbauteile sehr gut dämmen, ist die Temperatur im Innenraum nur relativ geringen Schwankungen unterworfen. HK

INFORMATIONEN

Anfang nächsten Jahres bietet ein regionales Unternehmen im Holzbau eine Informationsveranstaltung direkt in einem im Bau befindlichen Holzhaus an. Der genaue Termin und der Ort werden über die lokale Presse bekannt gegeben. Vorab informiert die ENA Roth, Landratsamt Roth unter Telefon (0 91 71) 81-40 00 oder unter ena@landratsamt-roth.de HK
Elektro-Service HEUMANN GmbH
ENA
Geisler Rehm Zimmerei
STS Solar Technik Schrödel GmbH
Biomassenhof Dieter Rohm
Pfaller Heizung
Die Stadt Hilpoltstein
Eibner
Glaserei Wiedemann
Loy Malerfachbetrieb
Zimmerei Florian Balazs
Treiber Zimmerei
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